Was wäre, wenn es morgen keinen Strom mehr gäbe und du hast aber großen Hunger? Zum Glück ist Sommer und die Sonne scheint. Sonnenenergie können wir noch für fünf Milliarden Jahre nutzen, also noch mal so lange, wie es unsere Erde überhaupt gibt. Doch bis jetzt nutzen wir mehr Erdöl, Erdgas und Kohle zur Herstellung von Energie, also von Strom und Wärme. Diese Rohstoffe haben sich vor hunderten Millionen Jahren tief in der Erde abgelagert. Inzwischen sind sie immer schwerer zu erreichen. Das ist auch gut so, denn darin sind viele Treibhausgase gebunden. Wenn wir also Öl, Gas, und Kohle verbrennen, setzen wir sie frei – sehr, sehr viel schneller als bei der Ablagerung. Deshalb ist der Klimawandel auch so schnell.
Wenn wir das Klima für alle schützen wollen, dann geht das nur mit sauberem Strom für alle. Das Klima zu schützen ist wichtig, denn schon jetzt bekommen viele Menschen und Tiere den Klimawandel zu spüren. Wie hast du die Hitzewelle im Juni überstanden, als es teilweise über 40 Grad heiß war und es keine Abkühlung gab?
Genau darum geht es bei drei der 17 Ziele, die sich alle Staaten der Welt gesetzt haben: Ziel 3 – Gesundheit und Wohlergehen, Ziel 7 – bezahlbare und saubere Energie, Ziel 13 – Klimaschutz. Gesundheit, Energie und Klima sind eng miteinander verknüpft. Wenn wir eines der drei Ziele erreichen, kommen wir auch den anderen beiden näher. Beim Strom können wir anfangen. Und deshalb wird es diesmal ganz praktisch: Wir basteln einen Solarkocher.
Ein Solarkocher braucht nur Sonnenschein. Das ist gut, weil es nicht überall auf der Welt Strom aus der Steckdose gibt. In kleinen Dörfern zum Beispiel in Madagaskar wird deshalb Sonnenenergie genutzt. Die Leute verwenden Solarkocher, oder sie laden Akkus mit Strom von der Sonne auf. So können sie nachts lesen oder ihr Wasser abkochen. Das Abkochen ist wichtig, weil in südlichen Ländern manchmal Keime im Wasser sind, die krank machen. Manche dieser Keime sind auch Gewinner des Klimawandels: Sie freuen sich über Starkregen und Überschwemmungen, die das Trinkwasser verunreinigen. Aber auch Dürre hilft ihnen, wenn in Flüssen und Bächen das wenige Wasser steht und Keime sich darin vermehren.
Unsere Bauanleitung ist nur für einen kleinen Solarkocher. Sie ist als erster Versuch gedacht. Mit dem kleinen Kocher können wir mit Geduld ein Ei kochen oder ein Marshmallow-Sandwich. Große Solarkocher haben sehr viel mehr Kraft und werden sehr heiß. Damit kann man Suppen kochen, Nudeln mit Tomatensoße und vieles mehr.
Bauanleitung für den eigenen Solarkocher
Einen eigenen Solarkocher bauen, das geht ganz einfach. Du brauchst nur einen Pizza- oder Schuhkarton und ein paar Dinge, die ihr wahrscheinlich zu Hause habt. Baue den Kocher aber nicht allein, am besten mit Erwachsenen-Hilfe.
Bauanleitung
- Lege alles bereit, was du brauchst. Es steht hier in der Material-Liste.
- Zeichne mit dem Lineal und Bleistift auf dem Deckel einen Rand ein.
- Schneide mit dem Cutter entlang deiner Linie einen kleineren aufklappbaren Deckel in den Deckel.
- Klebe Alufolie innen auf den ausgeschnittenen Deckel. Die spiegelnde Seite muss sichtbar sein. Du klebst also den Karton und die matte Seite der Alufolie aneinander. Achte darauf, dass es schön glatt ist.
- Klebe auch im Inneren des Kartons überall Alufolie an. Am Ende solltest du dich schön im Karton spiegeln können!
- Klebe auf den fertigen Boden ein schwarzes Papier.
- Am größeren Deckel kommt über das Loch die Frischhaltefolie. Wieder so straff und glatt wie möglich ankleben. Du kannst dazu Klebstoff nehmen, und wenn das nicht reicht, auch Klebeband.
- Mit dem Stein oder den Holzstäben kannst du den Deckel fixieren, damit das Sonnenlicht wie mit einem Spiegel in den Kocher gelenkt wird.
Jetzt kannst du loskochen! Schau dir dazu die Rezeptvorschläge weiter unten an.
Alternativer Bauvorschlag
Etwas umweltschonender und aufwändiger ist eine andere Bauart. Dafür brauchst du noch schwarze Farbe und Pinsel oder eine kleine Malerrolle. Damit malst du die ganze Kiste innen und außen schwarz an. Die Alufolie brauchst du dann nur noch für den Deckel (Schritt 4). Schritt 5 und 6 fallen dann weg.
Tipp für Lehrkräfte und Schulklassen
Wie wäre es mit einem Solarkocherprojekt? In der Klasse können verschiedene Größen und Varianten gebaut und getestet werden. Welche funktioniert am besten? Welcher Kocher braucht wie lange für ein Ei?
Kochen mit dem selbst gebauten Solarkocher
Hier sind zwei Rezepte zum Ausprobieren für den kleinen Solarkocher.
Es gibt auch größere Selbstbau-Kocher, die heißer werden und schneller sind.
Für manche Solarkocher sind auch Reis, Gemüsesuppe und mehr kein Problem.
Für unseren kleinen Kocher halten wir es aber einfach und lecker.
Marshmallow-Sandwich
- Aus Alufolie einen kleinen Teller basteln. Darauf ein Sandwich aus Keksen, Marshmallow und Schokolade zusammenstellen.
- In den Kocher stellen und die pralle Sonne draufscheinen lassen. Dazu den Deckel mit ein oder zwei Steinen oder Holzstäben etwa im 90-Grad-Winkel fixieren und die geöffnete Seite in die Sonne drehen, so dass die Sonnenstrahlen in den Kocher gelenkt werden.
- Zuschauen, wie es heiß wird und Schokolade und Marshmallow schmelzen, oder erstmal spielen gehen.
- Nach etwa einer halben Stunde sollte das Sandwich bereit sein. Wenn es noch nicht fertig aussieht, einfach noch etwas länger drin lassen. Durch die Folie kann man den perfekten Zeitpunkt gut beobachten.
Eierstulle
- Einen kleinen, schwarzen Teller nehmen oder einen Teller aus Alufolie basteln. Das Ei darauf öffnen, damit es wie ein Spiegelei gegart wird.
- In den Kocher stellen (wie beim ersten Rezept). Das Ei benötigt je nach Außentemperatur und Sonneneinstrahlung eine halbe bis eine Stunde.
- Wenn das Ei fertig gegart ist, die Stulle mit der Butter bestreichen und das Ei vom Teller auf die Stulle rutschen lassen. Salzen, pfeffern, würzen, fertig!
Dazu passen zum Beispiel auch noch gut Tomatenscheiben auf dem Brot, oder ein kleiner Salat.

