Die im Aufbau befindliche Basisgewerkschaft „Initiative Grüne Gewerke“ (IGG) hat jetzt ein betriebspolitisches Programm, in dem gemeinsame Ziele für die Branchen Landwirtschaft, Gartenbau, Forst und Umweltberufe formuliert werden. Die wichtigsten Forderungen betreffen Löhne, Arbeitszeit, Arbeitsschutz, Lehre, Transparenz und Mitsprache sowie die Rolle von Praktikant:innen, Azubis und Freiwilligendiensten. Das Programm soll eine Richtschnur für zukünftige Verhandlungen sein.

Biolandbau im Blick

Grundlage für das Programm waren laut IGG Umfragen und Gespräche unter mehreren hundert Kolleg:innen. Die geringe Lohnhöhe vor allem in Landwirtschaft und Gartenbau hat zusammen mit den häufig entgrenzten Arbeitszeiten den meisten Unmut ausgelöst. Das Programm wurde auf einem Basistreffen der Mitglieder erarbeitet und 2025 in Urabstimmungen verabschiedet. Mit einer Reihe von Forderungen für Auszubildende will die IGG auch eine Antwort auf den allseits beklagten Fachkräftemangel geben. Mit weiteren Forderungen wendet sie sich gegen skandalöse Arbeitsbedingungen vieler migrantischer Kolleg:innen.

Zunächst wolle sich die Gewerkschaft mit den „schlimmsten Verhältnissen“ in ihrem Branchenbereich auseinandersetzen, sagte Jasmin Hofer, Gemüsegärtnerin und IGG-Sprecherin. „Diese finden wir insbesondere in der Landwirtschaft und im Gartenbau.“

Die IGG wurde 2022 gegründet, um eine neue Basisgewerkschaft in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau sowie Umweltberufe aufzubauen. Seitdem führte sie bereits erste betriebliche Auseinandersetzungen, intervenierte in die bäuerliche Protestbewegung vor zwei Jahren (Rabe Ralf April 2024, S. 3) und baute ihre Basis bundesweit aus. Für die nächsten Jahre hat sie sich vor allem eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Bereich der biologischen Landwirtschaft vorgenommen.