Am Anfang war die Welt dunkel und leer, die Menschen lebten ohne Licht. Der kluge Rabe Tulugaq wollte ihnen helfen. Er verwandelte sich in ein Kind, um in das Haus des alten Mannes zu gelangen, der das Licht in einer Kiste gefangen hielt ...

  • Grönland ist die größte Insel der Erde und etwa sechsmal so groß wie Deutschland. Rund 80 Prozent der Landfläche sind von einer dicken Eisschicht bedeckt, die stellenweise mehrere Kilometer stark ist. Unter dem Eis lagern wertvolle Bodenschätze wie Seltene Erden, Eisen, Kupfer, Gold, Uran sowie Öl und Gas. Die Nordatlantikinsel gehört politisch zu Dänemark, hat aber eine weitgehende Selbstverwaltung und strebt die Unabhängigkeit an. In Grönland leben rund 56.000 Menschen, die meisten gehören zum indigenen Volk der Inuit.
  • Im Seemannslied „Greenland Whale Fisheries“ heißt es: „Oh Grönland ist ein karges Land / Ein Land ganz ohne Grün / Dort gibts Eis und Schnee und der Walfisch bläst / Und Tageslicht selten gesehen“.
  • Die Vorfahren der Inuit kamen ab etwa 2500 v. Chr. aus dem heutigen Alaska und Nordkanada nach Grönland. Die wichtigste Einwanderungswelle war die Thule-Kultur um 1200 n. Chr. Die Besiedlung Grönlands durch die Wikinger begann um 985 n. Chr. Erik der Rote wurde wegen Mordes aus Island verbannt und segelte nach Westen. Er entdeckte eine große Insel und nannte sie „Grünland“, weil er, wie es 200 Jahre später in der „Saga von den Grönländern“ hieß, „glaubte, dass es die Leute eher anziehen würde, wenn es einen schönen Namen hätte“. Erzbischof Adalbert von Bremen glaubte allerdings, dass der Name von der grünen Hautfarbe der Bewohner käme.
  • Leif Eriksson, der Sohn Eriks des Roten, segelte um 1000 n. Chr. von Grönland aus weiter nach Westen und gelangte in ein Gebiet, bei dem es sich wahrscheinlich um das heutige Neufundland in Kanada handelt. Eriks Ziehvater, ein Mann namens „Tyrkir, der Deutsche“, soll zur Expedition gehört haben. Dieser entdeckte der Saga zufolge bei der Erkundung des Landes Weintrauben, die er aus seiner Heimat kannte. Deshalb erhielt das Land den Namen „Vinland“ (Weinland). Auf demselben Kontinent wurde später Donald Trump geboren, der von Deutschen abstammt.
  • Das letzte bekannte Dokument über die Wikinger in Grönland berichtet von einer Hochzeit am 16. September 1408 in der Kirche von Hvalsey. Es heirateten Thorstein Olafsson und Sigrid Björnsdóttir. Das Ereignis wurde in einem isländischen Kirchenbuch festgehalten. Nach dieser Zeit verschwanden die Wikinger aus Grönland. Die Ruine der Kirche steht noch heute.
  • Im Jahr 1721 reiste der Missionar Hans Egede im Auftrag des dänisch-norwegischen Königs nach Grönland. Er wollte die Nachfahren der Wikinger an das protestantische Christentum binden. Da er die nicht finden konnte, missionierte er die Inuit.
  • Der Hamburger Zoodirektor Carl Hagenbeck stellte 1878 in seiner „Völkerschau“ eine Gruppe von sechs Inuit aus Grönland aus. Als sie im Berliner Zoo Station machten, kam sogar Kaiser Wilhelm I. vorbei.
  • 1940 wurde Dänemark von Deutschland besetzt. Die USA besetzten daraufhin Grönland, um zu verhindern, dass das Reich dort Stützpunkte errichten würde. Besonders wichtig war die Kryolith-Mine in Ivittuut, denn Kryolith wurde für die Aluminiumproduktion von Kriegsflugzeugen gebraucht. Außerdem wurden Militärbasen und Wetterstationen errichtet. Wetterdaten aus der Arktis waren für die Planung von Flügen entscheidend. Nach dem Krieg blieben die USA militärisch präsent.
  • Fun-Facts über Grönland-Tiere: Eisbären haben eine schwarze Haut, so können sie die Wärme der Sonne besser aufnehmen. Der Polarfuchs frisst gerne Schneehühner und wechselt seine Fellfarbe: im Winter weiß, im Sommer braun oder grau. Das Schneehuhn wechselt wie der Polarfuchs seine Farbe, weil es nicht gerne von ihm gefressen wird. Der Grönlandhai kann über 400 Jahre alt werden. Das bedeutet, dass dasselbe Exemplar, das heute um die Insel schwimmt, dies auch schon vor der Ankunft Egedes getan hat.
  • Am 21. Januar 1968 stürzte ein amerikanischer Bomber vom Typ Boeing B-52 nahe der Thule Air Base auf das Meereis, nachdem ein Feuer im Flugzeug ausgebrochen war. An Bord befanden sich vier Wasserstoffbomben, deren konventionelle Sprengköpfe beim Aufprall explodierten und radioaktives Material über das Eis verteilten. Bis heute wird diskutiert, ob alle Bestandteile geborgen wurden.
  • In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden zahlreichen Inuit-Mädchen in Grönland Verhütungsspiralen eingesetzt. Diese Maßnahme wurde von dänischen Behörden angeordnet, um das Bevölkerungswachstum in der Kolonie zu verringern. Viele Betroffene waren minderjährig und berichteten später, dass sie weder zugestimmt noch verstanden hatten, was der Eingriff bedeutete. Im August 2025 entschuldigte sich die dänische Regierung.
  • Am 21. Juli 2024 wurde der Umweltaktivist Paul Watson in der grönländischen Hauptstadt Nuuk festgenommen. Japan hatte einen internationalen Haftbefehl gegen ihn erlassen, nachdem er Aktionen gegen japanische Walfangschiffe durchgeführt hatte. Einige Inuit kritisieren Watson, weil der Fang von Walen und anderen Meerestieren für sie eine traditionelle Nahrungsquelle ist.
  • US-Präsident Donald Trump sprach im August 2019 erstmals öffentlich darüber, Grönland kaufen zu wollen. Er war nicht der Erste mit dieser Idee: Schon 1867 überlegte Außenminister William H. Seward, Grönland nach dem Kauf Alaskas ebenfalls zu erwerben. Ein konkretes Angebot machte 1946 Präsident Harry S. Truman, der Dänemark 100 Millionen Dollar in Gold für Grönland bot.
  • In Berlin gibt es die Kleingartenanlage „Kolonie Grönland“. Sie liegt zwischen dem Volkspark Prenzlauer Berg und dem Jüdischen Friedhof Weißensee. Als eine Zeitung nachfragte, ob Trump dort eine Parzelle mieten könne, wiesen die Vorstandsmitglieder darauf hin, dass er erst mal für mindestens zehn Jahre auf die Warteliste müsse. Er sei aber jederzeit bei der Gartensprechstunde willkommen.
  • Der Klimawandel führt dazu, dass die Gletscher und das Inlandeis in Grönland seit fast 30 Jahren kontinuierlich schrumpfen. Seit Beginn der Satellitenmessungen im Jahr 2002 hat Grönland rund 4,9 Billionen Tonnen Eis verloren. Wissenschaftler warnen, dass das vollständige Abschmelzen den globalen Meeresspiegel langfristig um über sieben Meter erhöhen könnte.

... Durch List brachte der Rabe Tulugaq den Mann dazu, die Kiste zu öffnen. Sonne, Mond und Sterne entwichen in den Himmel. Zum ersten Mal konnten die Menschen sehen.