Ort und Zeitpunkt einer Aktion spielen eine entscheidende Rolle dabei, ob eine Aktion wirkt oder nicht. Denn Aufmerksamkeit allein reicht nicht aus. Eine Aktion muss zielgenau sein, damit die Blicke sofort und auch ohne Kenntnis der vermittelten Inhalte auf die richtigen Streitgegenstände gerichtet werden.

So manche inhaltsleere, militante Aktion, bei der es allein darum geht, anderen zu schaden oder politische Gegner zu ärgern, hält dieser qualitativen Prüfung nicht stand. Wenn nach einer Aktion nur über die Aktionsform diskutiert wird und gar nicht über die Forderungen und Positionen, ist das Ziel verfehlt.

Diesen Fehler machte die „Letzte Generation“ in ihrer Anfangsphase, als sich Leute auf Straßen setzten (damals noch ohne Kleber), um gegen die Lebensmittelverschwendung in Supermärkten zu protestieren. Völlig nachvollziehbar sahen sich Autofahrende als Geiseln für ein Problem, das sich ganz woanders abspielte.

Den schlechten Ruf, den sich die späteren „Klimakleber“ damit erwarben, wurden sie auch dann nicht mehr los, als sie mit Straßenblockaden für verkehrspolitische Ziele eintraten. Ihre zielgenauen Aktionen auf Flughäfen oder beim Abdrehen von Ölpipelines gingen sogar fast ganz unter. Wie viel mehr Wirkung bei gleicher Aufmerksamkeit hätten Blockaden vor Supermärkten, bei den Auslieferungszentren oder zum Beispiel koordiniert vor allen Amazon-Lagern gebracht?

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Ursache und Wirkung 

Noch negativer muss das Urteil über die Demonstrationen zum Rechtsruck ausfallen. Der Protest konzentriert sich weitgehend auf die AfD und übersieht damit, dass der Rechtsruck vor allem in den anderen Parteien und Sphären der Gesellschaft stattfindet. Er wird zwar durch die Wahlerfolge der AfD befeuert, doch die AfD als einziges Ziel auszuwählen, geht nicht nur am eigentlichen Problem vorbei, sondern verschleiert es sogar. Dass Parteien, in denen der Rechtsruck stattfindet, sogar den Protest selber mitorganisieren, macht es schlimmer.

Als Orte werden neben AfD-Veranstaltungen vielfach Plätze vor parlamentarischen Einrichtungen oder Rathäusern ausgewählt, um die dortigen Abläufe und damit die Demokratie zu „retten“. Tatsächlich findet aber auch dort der Rechtsruck statt. So wird das völlig falsche Bild vermittelt, dass nur die AfD das Problem sei, während der Rest des Politikbetriebs das Andere und Gute darstelle.