Das Kuratorium des Arbeitskreises Wildbienen-Kataster hat die Garten-Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella) zur Wildbiene des Jahres 2025 gekürt. Sie ist eine von 15 Arten der Gattung der Blattschneider- und Mörtelbienen (Megachile), die es in Deutschland gibt.

Unverwechselbare Merkmale

Mit 12 bis 15 Millimetern Länge ist die Garten-Blattschneiderbiene eine mittelgroße Wildbiene. Die Weibchen sind leicht durch ihre orangerote Bauchbürste zum Pollensammeln zu erkennen, während die verbreiterten, oft weißen Vorderbeine die Männchen kennzeichnen. Ansonsten sind beide Geschlechter dunkelbraun bis schwarz gefärbt, mit hellbrauner Behaarung an Kopf und Brust.

Die typischen Sommerbienen sind zwischen Ende Juni und Ende August aktiv und bevorzugen einen Lebensraum mit vielen Wildpflanzen und großer Blütenvielfalt. Am häufigsten findet man sie auf Wiesen, an Wald- und Wegrändern, in naturnahen Gärten oder auch in Siedlungen, wenn die genannten Voraussetzungen erfüllt sind.

Ein Meisterwerk aus Blättern

Die Garten-Blattschneiderbiene beeindruckt durch ihre außergewöhnliche Nestbauweise. Die Weibchen schneiden mit ihren Kiefern ovale Blattstücke ab, um ihre Brutzellen damit auszukleiden. Die Wildbiene nutzt Blätter von Pflanzen wie Wildrosen oder Hainbuchen als „Tapete“. Sie nistet in selbst in die Erde gegrabenen Gängen, morschem Holz oder Nisthilfen mit passenden Bohrlöchern (6 mm Durchmesser). Auch in Blumentöpfen legen die Tiere in der Erde Nistplätze an.

Mehr Infos:
wildbienen-kataster.de
07951 / 7534

Blütenvielfalt statt Monokultur

Wildbienen sind in Deutschland stark bedroht. Laut der „Roten Liste“ ist über die Hälfte der rund 550 heimischen Wildbienenarten gefährdet oder bereits ausgestorben, mehr als 30 Arten sind vom Aussterben bedroht. Das liegt vor allem an wegfallenden Lebensräumen durch Flächenversiegelung und intensive Landwirtschaft mit Pestiziden sowie an mangelnder Nahrungsvielfalt und klimatischen Veränderungen.

Im eigenen Garten oder auf dem Balkon kann man ein kleines Paradies für Wildbienen schaffen, zum Beispiel durch Nisthilfen wie Insektenhotels – die richtig angelegt sein sollten – und durch Blühstreifen mit heimischen Wildpflanzen. Schon der Verzicht auf eine intensive Gartenpflege hilft den Wildbienen sehr.