Die letzten fünf Jahre sind angebrochen für die 17 Ziele, um die Eine Welt zu retten. Sieben Ziele habt ihr schon kennengelernt, diesmal geht es um die Ziele 14 und 15: Leben im Wasser und an Land. Dazu gibt es eine Geschichte, bei der ihr selbst entscheidet, wie es weitergeht. Ihr müsst den Text also nicht von Anfang bis Ende durchlesen, sondern ihr wählt euer Abenteuer selbst. Los gehts!

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Das Leben ist in Gefahr. Naturzerstörung, Klimawandel, Kriege – und die Tiere können sich nicht wehren. Deshalb findet der Rabe Ralf: Es ist an der Zeit, dass sich die Tiere zusammentun. 77 Jahre nach der Konferenz der Tiere für Weltfrieden hat er Tiere aus der ganzen Welt eingeladen – aus dem Regenwald genauso wie aus dem Meer.

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Male dein Lieblingstier aus dem Wasser in seinem besten Zuhause!

Unter Wasser ist ganz schön viel los. Kein Wunder, es gibt ja auch ziemlich viel davon! Leider ist das meiste davon Salzwasser, was für viele Tiere, Pflanzen und auch für Menschen ein Problem ist. „Salzwasser trinken ist keine gute Idee. Das gibt Bauchkrämpfe und macht noch durstiger“, warnt Ralf. „Häh? Ich könnte gar nicht ohne Salzwasser leben!“, erwidert Blobbi, der Tiefseefisch.

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Male dein Lieblingstier in seinem besten Zuhause.

Fast überall auf der Erde findet sich Leben – egal, ob Wüste, Regenwald oder Antarktis. Das Leben findet einen Weg. Doch das Leben ist auch immer in Gefahr. „Die größte Gefahr für das Leben auf der Erde sind die Menschen“, meint Ralf und andere stimmen ihm zu. „Sie holzen ab, sie zerstören und vergiften Wälder, Wiesen und das Wasser. Sie treiben mit vielem, was sie machen, den Klimawandel voran“, erzählt Bari.

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„Huhu, ich bin Shrimpi und komme aus einer sehr großen Familie. Manche von uns Garnelen leben im Süßwasser, andere im Meer, manche von uns so tief, dass sie nie Sonnenlicht sehen. Ich selbst wohne im Süden, im Indischen Ozean. Meine Superkraft sind meine Augen. Ich sehe Farben, die ihr nicht sehen könnt. Leider schmecken Garnelen den Menschen zu gut.“

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„Könnt ihr mich sehen?“, ruft es in die Menge. Alle Tiere schauen sich um, aber niemand sieht, woher die Stimme kommt. Doch plötzlich springt etwas hoch. Es ist Skippi, der Schlammspringer – ein Fisch! „Hehe, ich kann nicht nur im Wasser, sondern auch an Land überleben. Na ja, zumindest für eine Weile, bis zu zwei Tage.“ Die zwei Tage überlebt Skippi aber nur, wenn es an Land auch feucht ist, denn austrocknen darf er nicht. Der Mensch und der Klimawandel machen das für ihn immer schwieriger.

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„Ich bin Bari aus Brasilien.“ Auf einer Karte zeigt Ralf den anwesenden Tieren das Land. „Das ist aber groß!“, ruft Skippi. „Ja, es ist groß“, sagt Bari, „und es gibt viele Lebensräume, besonders für uns Capybaras.“ Diese Tiere werden auch Wasserschweine genannt. Sie leben in Mangrovenwäldern, in Sümpfen, an Flüssen und im Pantanal.

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„Früher haben die Menschen mit Speeren und kleinen Netzen so viele Fische gefangen, wie sie wirklich brauchten“, erzählt Moby, der Wal. „Aber heute nehmen sie riesige Netze, in denen sie viel, viel mehr Fische fangen. Ganz abgesehen von all den anderen Tieren, die dabei mitgefangen werden – sogar Wale.“ „Genau“, ruft Sharki, der Hai. „Erst letzte Woche habe ich gesehen, wie zwei Geschwister von mir gefangen wurden, außerdem ein Wal, eine Schildkröte und viele andere Tiere.“ Die Tiere sind außer sich und Ralf muss die Versammlung zur Ruhe bringen. „Wer möchte als nächstes berichten?“, fragt er in die Runde.

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„Ich, ich, ich will“, ruft Shrimpi. „Die Menschen denken, sie sind clever und bauen Garnelen und andere Meerestiere wie Pflanzen an. Das nennen sie Aquakultur.“ „Aquakultur kenn ich“, erwidert Skippi. „Das sind Becken mit Wasser, in denen sie nur eine einzige Art von uns halten.“ „Genau“, sagt Shrimpi. „Schlau, aber gemein. Sie schneiden uns Garnelen die Augenstiele ab, damit wir nicht sehen, wie viele wir in dem kleinen Becken sind, und uns weiter vermehren.“ „Oh nein!“, schreit Skippi, „das ist ja schrecklich. Und den Platz für die Becken schaffen sie, indem sie meine Wohnung kaputt machen!“

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Mangroven, das wissen die Tiere, sind Überlebenskünstler. Sie wachsen dort, wo andere Pflanzen aufgeben, zum Beispiel an Flussmündungen und in Lagunen in den Tropen. Ihre Wurzeln reichen durch das Meerwasser in den Meeresboden hinein. Zwischen den Wurzeln tummeln sich Fische, Muscheln, Garnelen und andere Meerestiere. Über dem Wasser bilden die Mangroven einen Wald, der weiter im Landesinneren zum Regenwald wird. Leider macht der Klimawandel auch den Mangroven zu schaffen, mit steigendem Meeresspiegel, Temperaturänderungen und Stürmen. „Und von den Menschen wollen wir gar nicht erst reden!“, ruft Skippi.

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Bari freut sich immer, wenn jemand nach dem Pantanal fragt, wo sie mit vielen anderen Capybaras lebt. Sie ist stolz, denn das Pantanal ist das größte Binnenland-Feuchtgebiet der Welt. „In der Regenzeit wird es überflutet, dann ist es da besonders schön“, erzählt Bari. „Leider wird die Trockenzeit länger und trockener. Deshalb brennt es im Pantanal immer mehr, so ähnlich wie im Amazonas-Regenwald.“ Dabei wird viel Lebensraum zerstört.

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„Hey ho, ich bin Coco.“ „Oh, eine Coendou, seht euch vor, die ist ganz schön stachelig!“, mischt sich der Jaguar Jacki ein. „Stimmt, aber eigentlich bin ich total lieb“, sagt Coco, während sie Jacki mit ihrem Schwanz zwickt. „Meiner Stachler-Familie geht es eigentlich noch ganz gut. Doch wenn der Regenwald kaputt ist, fehlt auch uns ein wichtiger Rückzugsort. Momentan steht es leider nicht so gut um ihn, wegen der Menschen.“

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Ohne den Regenwald geht es mit dem Klimawandel noch schneller. Viele Tiere und Pflanzen im Regenwald sind schon bedroht. Wenn eine Pflanzenart oder Tierart ausstirbt, können auch andere Tiere und Pflanzen aussterben. „Das ist alles echt doof, auch für die Menschen“, sagt Coco. „Genau, wenn ich mich verletze, tropfe ich Pflanzensaft auf die Wunde – dann wirds schnell besser, die Natur ist wie eine Apotheke!“, ruft Ora, eine alte Orang-Utan-Dame. Unter den Tieren wird währenddessen etwas von einem Aussterben gemurmelt, das es früher schon mal gegeben haben soll. „Das sind keine Gerüchte“, klärt Sharki die anderen auf. „Das größte Aussterben gabs vor über 250 Millionen Jahren. Damals wurde es sehr warm, auch im Meer. Wir Haie haben überlebt, aber viele hatten nicht so viel Glück.“

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Mangroven sind nicht nur ein wichtiger Lebensraum und die Kinderstube vieler Tiere. Sie nützen den Menschen auch, wenn sie einfach nur da sind. Wenn der Meeresspiegel steigt, sind sie wie eine Schutzmauer. Sie halten die Wellen und das Meer zurück. Gleichzeitig halten sie den Boden fest. Und wenn sie gut wachsen, speichern sie auch noch Kohlendioxid. „Wenn sie den Platz bekommen, dann wachsen sie langsam mit und breiten sich dort aus, wo sie gebraucht werden“, erklärt Skippi. Und er muss es wissen, schließlich ist er dort zu Hause.

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„Ich möchte gerne berichten“, meldet sich Schildi, eine sehr alte Meeresschildkröte, zu Wort. „Eines Tages schwimme ich so vor mich hin im Meer. So wie ich es schon seit vielen Jahren mache, ich bin nämlich schon 100.“ Die anderen wissen, dass sie zu den ältesten Tieren gehört, und lauschen neugierig. „Früher musste ich nur vor Haien, Schwertwalen und Fischern Angst haben. Heute treiben im Meer auch viele alte Fischfang-Netze und anderer Plastikmüll, in dem ich mich auch schon verheddert und verletzt habe. Viele von uns Meeresschildkröten sterben deswegen.“

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Moby, der Wal, erzählt: „Ich höre die Menschen oft sagen: Das Klima ändert sich sowieso immer. Klimawandel gehört zum Leben auf der Erde dazu. Das stimmt auch grundsätzlich, aber heute geht das viel schneller als früher. Das liegt an den Menschen. Viele von ihnen fahren Auto, fliegen mit Flugzeugen, zerstören den Regenwald und leben sehr verschwenderisch. Der menschengemachte Klimawandel und die Zerstörung unserer Lebensräume haben schlimme Folgen für uns Tiere.“

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„Warum geht es denn dem Regenwald so schlecht?“, fragt Sharki, einer der anwesenden Haie. Coco holt tief Luft, dann platzt es aus ihr heraus: „Gold, Öl, Holz, Land – dafür holzen die Menschen den Wald ab oder legen Feuer. Nur damit sie an Dinge rankommen, die sie nicht mal essen können. Okay, manchmal pflanzen sie auf dem neuen Land wieder etwas an, aber immer nur ganz viel von einer einzigen Pflanze!“ „Und was machen sie damit?“, fragt Shrimpi, die Garnele. Auch das weiß Coco: „Also, die Pflanzen verfüttern sie an ihre Tiere. Das Öl, so ein schwarzes, schmieriges Zeug, das brauchen sie, um Metalltiere zu bewegen, die sie Autos nennen. Und sie stellen aus dem Öl auch Plastik her.“

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„Durch die Abholzung des Regenwaldes verlieren viele Tiere auf einmal ihr Zuhause und ihr Leben“, erzählt Bari. Die Bäume und Pflanzen halten den Boden fest und sorgen dafür, dass weniger Wasser verloren geht. Die Abholzung treibt außerdem den Klimawandel voran, und der macht das Wetter extremer und verschiebt die Regenzeiten. Manchmal regnet es dann in der Regenzeit gar nicht. Das alles macht es leicht für Wüsten, sich auszubreiten. „Cool“, sagen da nur ein paar Extremisten, die in der Wüste zu Hause sind. Die anderen Tiere leiden.

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„Auch im Meer wird es wärmer. Dadurch sterben die Korallenriffe – ein ganzer Lebensraum geht verloren“, sagt Skippi. „Außerdem schmelzen die Gletscher und Eisberge“, ergänzt Shrimpi. Das Schmelzwasser fließt ins Meer und macht das Wasser weniger salzig, das ist für viele Meerestiere ein Problem. Der Meeresspiegel steigt an. Durch die Veränderungen kommen auch der Golfstrom und die noch größeren Meeresströmungen aus dem Takt – und die Natur hat nicht genug Zeit, sich anzupassen.

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Plastik ist allgegenwärtig, und Plastikmüll ist überall. Mancher ist größer und liegt einfach so rum, andere Teile sind winzig klein. „Meine Schwester“, berichtet Skippi, der Schlammspringer, „hat sich an einem Stück Plastik verschluckt, und dann haben wir gesehen, dass ihr ganzer Bauch voll war damit.“ Das macht alle Tiere sehr traurig. Shrimpi spricht aus, was sich viele fragen: „Wenn wir es essen und es in uns drinbleibt, dann geht das ja den Menschen auch so. Warum tun sie nichts dagegen?“

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Sogar dort, wo das Meer am tiefsten ist – am Boden des Marianengrabens, 11.000 Meter unter der Meeresoberfläche – liegt inzwischen der Müll von Menschen. Das hat Blobbi von einer Fisch-Freundin erfahren, die dort ganz unten in der Tiefsee zu Hause ist. Der Marianengraben ist tiefer, als der Mount Everest hoch ist. Und auch dort, auf dem höchsten Berg der Erde, liegt jede Menge Plastikmüll herum. Die Tiere nicken. Sie wissen, dass Plastik überall ist.

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„Zum Glück gibt es auch schlaue Menschen“, meldet sich Coco, die stachlige Coendou. „Manchmal kann ich nicht schlafen und schaue tagsüber von oben aus meiner Baumhöhle auf den Strand. Da habe ich auch schon gesehen, dass Menschen kleine Mangroven pflanzen und sie dann hegen und pflegen.“

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„Ich weiß, dass einige afrikanische Länder Plastiktüten und anderes Einweg-Plastik verboten haben, und ich habe auch schon oft Menschen an Stränden gesehen, die Plastikmüll einsammeln“, ruft Schildi in die Runde. Gerade für die Meeresschildkröten ist das eine Erleichterung. Und auch sonst gibt es einige Menschen, die etwas tun. Ralf berichtet, was er immer öfter beobachtet: „Sie benutzen Mehrweg- statt Wegwerf-Sachen. Sie haben Beutel, die sie immer wieder nehmen, und sie bringen auch ihre eigenen Gefäße zum Einkaufen mit.“

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„Wusstet ihr, dass es sogar Menschen gibt, die noch im Einklang mit uns und dem Regenwald leben? Die anderen Menschen nennen sie Indigene“, lispelt Ani, die Anakonda, zu guter Letzt von einem Baum herab. „Diese Indigenen und einige Menschen, die sie unterstützen, helfen auch uns Tieren, denn sie schützen unseren Lebensraum.“ „Das stimmt, doch sie brauchen auch Hilfe von den anderen Menschen“, gibt Bari zu bedenken.

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Die Tiere sind sich einig. Sie wissen, dass es der Erde nicht gut geht. Die Menschen haben leider schon sehr viel kaputt gemacht. „Trotzdem“, sagt Schildi, die Meeresschildkröte, „wir dürfen unsere Köpfe nicht wie die Strauße in den Sand stecken. Es gibt hier und da auch Hoffnung.“ „Genau“, ruft Coco, „es gibt auch vernünftige Menschen, die uns helfen.“ Die anderen Tiere schauen nachdenklich, auch sie haben schon mal von Menschen gehört, die sich für sie einsetzen. Ralf, der die Versammlung einberufen hat, beendet sie mit den Worten: „Die Kinder sind unsere Zukunft – und ihre Eltern, die ja nicht wollen können, dass ihre Kinder verhungern und verdursten, weil die Natur zerstört ist und der Klimawandel die Erde in eine Wüste verwandelt hat.“ Die Tiere fassen einen Plan. Gemeinsam wollen sie die Menschen daran erinnern, dass sie nicht allein sind und dass sie alle einander brauchen.