Am Sonntag, dem 7. Juni 2026, lädt die Grüne Liga Berlin von 11 bis 18 Uhr zum 31. UMWELTFESTIVAL ein: Vom Brandenburger Tor über die Straße des 17. Juni zieht sich eine bunte Meile mit zahlreichen Infoständen, Mitmachaktionen, Bühnenprogramm, Workspace-Areal und vielen kulinarischen Highlights. Umweltverbände, Initiativen, Behörden und Unternehmen präsentieren ihre Ideen für eine nachhaltige Zukunft.

Zwischen Gesprächen an den Ständen, kleinen Workshops und spontanen Begegnungen entsteht eine besondere Atmosphäre – neugierig, offen und engagiert. In diesem Jahr steht das Festival unter dem Motto: „Boden – Du stehst drauf!“ Damit rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das im Alltag oft übersehen wird, obwohl der Boden zu unseren wichtigsten Lebensgrundlagen gehört.

Boden unter Druck

Boden ist ein komplexes, lebendiges System. In einer Handvoll fruchtbarer Erde leben mehr Organismen, als es Menschen auf der Erde gibt. Bakterien, Pilze, Regenwürmer, Insektenlarven und unzählige Mikroorganismen bilden gemeinsam ein gut abgestimmtes Netzwerk. Sie zersetzen organisches Material, machen Nährstoffe verfügbar und schaffen so die Grundlage für Pflanzenwachstum und damit auch für unsere Ernährung.

Der Boden erfüllt noch viele weitere wichtige Funktionen. Er speichert Wasser, filtert Schadstoffe und bindet enorme Mengen CO₂.

Sortenvielfalt: Biodiversität zum Anfassen auf dem Umweltfestival 2025
Foto: Ben Mönks

Gleichzeitig steht der Boden unter Druck. In Städten und Gemeinden verschwinden immer noch Flächen unter Asphalt und Beton. Und eine intensive Landwirtschaft ohne Fruchtwechsel und mit vielen Pestiziden senkt die Bodenfruchtbarkeit. Versiegelung stört die Wasserregulierung und kann zu lokalem Hochwasser führen. Intensive Landwirtschaft verdichtet den Boden und lässt die Biodiversität absinken, im Boden wie auch darüber.

Das Umweltfestival möchte auf diese Probleme aufmerksam machen. Das Motto „Boden – Du stehst drauf!“ erinnert daran, wie selbstverständlich wir diese Ressource oft nutzen und wie wichtig es ist, sie zu schützen und wertzuschätzen. Das Mottothema wird auf der Bühne am Brandenburger Tor in vielen Aspekten besprochen, es wird im „EcoMind Space“ am Sowjetischen Ehrenmal erforscht und an unterschiedlichen Ausstellungsständen im „Bodencluster“ auf der Straße des 17. Juni vorgestellt.

Ideen für eine nachhaltige Zukunft

Das Herzstück des Umweltfestivals ist die Ausstellungsmeile entlang der Straße des 17. Juni. An den Ständen der zahlreichen Organisationen und Initiativen geht es um biologische Vielfalt, nachhaltige Mobilität, ökologische Landwirtschaft, erneuerbare Energien oder Kreislaufwirtschaft. Die Vielfalt der Projekte zeigt, wie unterschiedlich Umweltengagement aussehen kann – von Wissenschaft über Bildung bis zu praktischem Naturschutz.

Mitmachen erwünscht!

Viele Angebote richten sich an Familien, Kinder, junge Erwachsene und alle, die gern ausprobieren und entdecken. Beim Basteln, beim Bau eines Nistkastens oder bei kleinen Experimenten – an vielen Stellen wird deutlich, dass Umweltbildung Spaß macht. Bei Gesprächen entstehen neue Kontakte oder sogar Ideen für gemeinsames Engagement. 

Auch Aktionsflächen wie der EcoMind Space bieten Raum für Austausch und kreative Projekte. Hier wird Boden begreifbar gemacht: Boden hören, Boden sehen, Boden verstehen.

Streetfood – nachhaltig genießen

Auch kulinarisch hat das Festival einiges zu bieten. Wer über die Meile schlendert, findet ein vielfältiges Angebot an vegetarischem und veganem Streetfood – von Pastaspezialitäten über fair gehandelten Kaffee bis hin zu veganem Eis. Mit einer Ausnahme: Auf dem „Bio-Erlebnis-Bauernhof“ gibt es auch Bio-Bratwürste aus Brandenburg.

Vorbildliches Festival

Auch bei der Organisation handelt das Umweltfestival möglichst nachhaltig. Für die Gastrostände gilt ein Mehrweggebot, Lebensmittelverschwendung wird gemeinsam mit Foodsharing-Initiativen minimiert, Trockentoiletten sparen Wasser und vermeiden Müll. Um allen Gästen einen angenehmen Besuch zu ermöglichen, ist ein Awareness-Team auf der Festivalmeile unterwegs. Die Mitarbeitenden sind ansprechbar, falls Diskriminierungssituationen erfahren oder beobachtet werden.

Wir sehen uns!

Also: Trinkflasche einpacken, Freund*innen mitbringen, Fragen stellen und Neues entdecken. Dabei lohnt sich auch ein kurzer Blick nach unten auf den Boden, auf dem wir stehen. Wir sehen uns am 7. Juni von 11 bis 18 Uhr auf dem UMWELTFESTIVAL am Brandenburger Tor.

Finn Schippmann, Susanne Dittmar 

Mehr Infos:
umweltfestival.de

Das UMWELTFESTIVAL ist eine kostenlose Umweltbildungsveranstaltung und ein familienfreundliches Straßenfest. Die Anmeldung für Ausstellende läuft bereits.

Dieses Projekt wurde durch das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt gefördert. Die Mittelbereitstellung erfolgte auf Beschluss des Deutschen Bundestages. Die Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichungen liegt bei den Autorinnen und Autoren.


„Are you ready? Klimawandel ist jetzt!“ – Performance des Theatre Fragile beim EcoMind Space 2025
Foto: Ben Mönks

EcoMind Space – Boden greifbar machen 

Kommt vorbei und geht auf Tuchfühlung mit der Lebendigkeit unter euren Füßen!

Unter dem Motto „Boden greifbar machen“ lädt der EcoMind Space auf dem Umweltfestival am 7. Juni dazu ein, sich tiefergehend und interaktiv mit dem Boden auseinanderzusetzen. In offenen und abwechslungsreichen Formaten bietet er vor allem jungen Erwachsenen Raum für Austausch, neue Perspektiven und konkrete Einblicke in unterschiedliche Aspekte des Bodenschutzes.

Über den Tag hinweg finden mehrere Workshops statt, die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten: Ein Workshop mit Aktiven von Ende Gelände beschäftigt sich damit, warum fossile Rohstoffe im Boden bleiben sollten. Aktive von Yeşil Çember werden mit Besucher:innen Fragen von Boden, Identität und Verwurzelung diskutieren und ein Schlaglicht auf Pestizide im Boden werfen. Ein weiterer Workshop zeigt ganz praktisch, wie mit Komposttoiletten Nährstoffkreisläufe nachhaltiger gestaltet werden können, während ein vierter Workshop Aspekten einer boden- und klimafreundlichen Landwirtschaft nachgeht.

Begleitend dazu gibt es niedrigschwellige Mitmachaktionen, die den Boden mit verschiedenen Sinnen erfahrbar machen, etwa durch hörbare und fühlbare Zugänge. Ergänzt wird das Programm durch eine Live-Performance, die sich künstlerisch mit dem Thema auseinandersetzt.

Angelika Heckmann

Der EcoMind Space wird von der Stiftung Naturschutz Berlin gefördert.


Spaß und schöne Erlebnisse
Foto: FÖL

Mitmachen und Spaß haben

Der Bio-Erlebnis-Bauernhof auf dem Umweltfestival

Das sollten sich Familien vormerken: Wenn am 7. Juni das Umweltfestival 2026 gefeiert wird, warten auf dem 2.000 Quadratmeter großen Bio-Erlebnis-Bauernhof der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) jede Menge Mitmachaktionen auf die kleinen Besucherinnen und Besucher. Mitten auf der Straße des 17. Juni können Äpfel vom Baum gepflückt, richtige Kartoffeln geerntet und die Holz-Kuh Elsa gemolken werden – alle Angebote sind kostenfrei.

Passend zum diesjährigen Thema Boden finden junge Forschende in einem sogenannten Wurmtunnel die faszinierende Welt unter ihren Füßen vor. In diesem bunten Zelt warten auf sie Mikroskope und eine Bodenfühlstation – und damit erlebnisreiche Entdeckungen in diesen Mikrokosmos, der sonst im Verborgenen liegt. Auch in der Kinderbäckerei gibt es viel Spaß: beim Kneten von Teig, der unter Anleitung zu lustigen Tieren geformt und im mobilen Ofen gebacken wird. Die noch warmen Teilchen können mitgenommen oder gleich an Ort und Stelle vernascht werden.

Schöne Fahrradrouten

„Brandenburg: Nachhaltigkeit trifft Genuss“, lautet das Motto des Bio-Erlebnis-Bauernhofs, und so werden auf dem Areal ganz unterschiedliche regionale Bio-Produkte angeboten: selbst gezogene Kräuter, aromatischer Honig von glücklichen Bienen und andere süße und herzhafte Spezialitäten. Natürlich darf gern probiert werden. Zudem stellen sich Brandenburgs Tourismusregionen vor und werben für ihre Ausflugsziele und Naturschönheiten.

Mehr Infos:
foel.de

Am FÖL-Infostand lädt ein Quiz zum Mitmachen ein, und spannende Preise winken den Glücklichen als Belohnung. Das Team des gemeinnützigen Vereins für mehr Bio in Stadt und Land informiert auch über schöne Fahrradrouten – mit der neu erschienenen FÖL-Broschüre „Bio-Radtouren Brandenburg“ – und Bio-Termine von und mit regionalen Bio-Betrieben.

Der Bio-Erlebnis-Bauernhof freut sich auf seine kleinen und großen Gäste!

Anika Jentzen


Mit der Fahrrad-Sternfahrt zum Umweltfestival

Einmal im Jahr wird Berlin zur Fahrradstadt: Am ersten Sonntag im Juni rollen wieder Zehntausende über die Straßen und demonstrieren für sicheres und komfortables Radfahren. Das Besondere in diesem Jahr: Wir feiern die 50. Sternfahrt! Unter dem Motto „Die Zukunft fährt Rad“ zeigen wir: Immer noch braucht es das Engagement der Radfahrenden, um für bessere Bedingungen auf der Straße zu kämpfen. Und immer noch macht das am meisten Spaß auf der ADFC-Sternfahrt!

Der Rückblick macht auch nachdenklich: Nach 50 Jahren müssen wir in Berlin immer noch gegen den Bau einer Autobahn kämpfen, deren Schneise die Stadt zerschneiden und Menschen und Natur verdrängen wird. Doch das Jubiläum zeigt ebenso: Die Berliner:innen geben nicht auf. Jahr für Jahr wachsen die Stimmen für eine lebenswerte Stadt.

Einsteigen könnt ihr an verschiedenen Orten in Brandenburg und in ganz Berlin. Für Kinder und ihre Eltern gibt es zwei kürzere Kinderrouten. Die insgesamt 20 Routen vereinigen sich nach und nach, Ziel ist nachmittags der Große Stern und das Umweltfestival. Ein weiteres Highlight: Gemeinsam erobern wir uns an diesem Tag auch die Autobahn. Kommt alle zum Fahrrad-Event des Jahres – wir freuen uns auf euch!

Lisa Feitsch