Unzählige Studien belegen, welchen negativen Einfluss Lichtemissionen auf Mensch und Natur haben. Künstliches Licht bei Nacht verursacht Schlafstörungen und kann zu chronischen Erkrankungen führen. Tiere leiden und die Artenvielfalt nimmt ab (Rabe Ralf Dezember 2020, S. 5). Und es wird zunehmend heller. Eine aktuelle Studie des Geoforschungszentrums in Potsdam ergab, dass die jährliche Nachtaufhellung nicht wie bisher angenommen bei zwei, sondern bei über sechs Prozent liegt. Das künstliche Himmelsglühen nimmt zu und die Sterne verschwinden.
Ein nicht unerheblicher Teil der Lichtverschmutzung wird durch Werbeanlagen verursacht. Werbewirtschaft und Politik sehen in der Digitalisierung die Zukunft für Berlin: noch mehr blinkende und flackernde Werbemonitore als Ausdruck einer modernen Großstadt. Ausgeblendet werden der hohe Energieverbrauch der Anlagen, die Ablenkung im Verkehr und die negativen Folgen einer ständigen Reizüberflutung für die Menschen in der Stadt. Und es gibt kein Entkommen: Werbung ist allgegenwärtig und im öffentlichen Raum unausweichlich.
Sammeln für das Volksbegehren
Mit dem Volksbegehren „Berlin Werbefrei“ wird Schluss mit flackernden Werbemonitoren an den Straßen, Haltestellen und Geschäften sein. Überdimensionierte Baugerüst-Werbung wird der Vergangenheit angehören. Die Stadt wird wieder zum Ort für die Menschen: weniger Lichtverschmutzung, weniger Energieverschwendung, weniger Konsumbotschaften.
Plakatwerbung an Litfaßsäulen und Haltestellen wird es weiterhin geben. Auf Werbeanlagen auf öffentlichem Grund ist die Hälfte der Fläche für Veranstaltungen, Soziales, Kunst und Kultur reserviert. Das interessiert nicht nur die Bewohner und Besucher unserer Stadt, sondern fördert auch Kultur und Soziales.
Damit es bei der Abgeordnetenhauswahl 2026 zur Abstimmung über das neue Werberegulierungsgesetz kommt, müssen bis zum 8. Mai etwa 171.000 gültige Unterschriften gesammelt werden. Im beiliegenden Rücksendeumschlag finden sich die Unterschriftenlisten für das Volksbegehren. Die Initiative „Berlin Werbefrei“ hofft auf Unterstützung bei der aktuellen Unterschriftensammlung.
