Von April bis Oktober 2025 waren alle Berliner*innen und Besucher*innen eingeladen, am Foto-Wettbewerb „Summ sala blüh“ der Grünen Liga Berlin teilzunehmen. Die Jury, bestehend aus Sandra Naumann von der Senatsumweltverwaltung, der Fotografin Ines Meier und Lena Assmann von der Grünen Liga, hatte es nicht leicht. Mehr als 70 Fotografiebegeisterte haben mitgemacht und insgesamt 447 Fotos eingeschickt, die die Vielfalt der Berliner Stadtnatur abbilden.
Faszinierende Krabbler
Im Fokus des Wettbewerbs standen – wie im gesamten Projekt „Summ sala blüh“ – besonders die Krabbeltiere: Insekten, Spinnen, Schnecken und andere Wirbellose. Sie werden oft übersehen, unterschätzt und bekommen wenig Aufmerksamkeit. Dabei brauchen sie die eigentlich dringend, denn viele von ihnen sind bedroht durch Biotopverlust, Klimawandel und zahlreiche andere Faktoren, die ihnen das (Über-)Leben schwer machen. Ohne sie gäbe es aber keine Bestäubung von Obst und Gemüse sowie vielen Wildpflanzen, und die Nahrungsgrundlage von Vögeln, Fledermäusen und anderen Insektenfressern würde fehlen. Natürliche Kreisläufe wären unterbrochen, mit fatalen Folgen. Durch den drastischen Rückgang vieler Insektenarten und der Gesamtbiomasse der Insekten von bis zu 75 Prozent, der vor etwa zehn Jahren durch eine Citizen-Science-Studie des Entomologischen Vereins Krefeld erstmals belegt wurde, ist das teilweise bereits der Fall. Umso wichtiger ist es, sie ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, denn noch können wir etwas tun.
Dass die kleinen Krabbler auch unglaublich faszinierend sind und tolle Foto-Motive abgeben, haben die vielen Beiträge in der Kategorie „Insekten-Action“ gezeigt. Am 5. Dezember wurden die eingereichten Fotos in der Stadtwerkstatt in Berlin-Mitte gegenüber dem Fernsehturm ausgestellt. Dabei wurden auch die Gewinner*innen verkündet und im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung geehrt.
And the winner is ...
Der Publikumspreis, gewählt von allen Besucher*innen der Preisverleihung und Ausstellung, ging an Stefanie Schatte für das Bild vom Eichelbohrer in Aktion. Der kleine Rüsselkäfer ist zufällig auch das Maskottchen von „Summ sala blüh“ mit dem Namen Culio, abgeleitet von seinem wissenschaftlichen Namen Curculio glandium. Er ist nicht selten und kommt eigentlich überall vor, wo es Eichen gibt, auf die er spezialisiert ist. Gesehen haben ihn die meisten Menschen wohl noch nicht, seine Spuren wahrscheinlich aber schon. Wie auf dem Foto eindrucksvoll zu sehen ist, bohren die erwachsenen Käfer die noch grüne, unreife Eichel an. Dort hinein legen sie dann ihre Eier, und die Larven schlüpfen im Innern der Eichel, von der sie sich dann ernähren. Im Herbst fallen sie mit der Eichel zu Boden und fressen sich nach draußen. Solche Eicheln mit dem markanten Loch findet man sehr häufig. Die Larven verpuppen sich dann im Boden und überwintern dort, um im nächsten Frühjahr als fertiger Käfer den Kreislauf von vorn beginnen zu lassen.
Frühling – es geht wieder los!
Der Publikumsliebling und alle weiteren prämierten und nominierten Bilder der verschiedenen Kategorien sind auf der Projektwebsite zu sehen. Neben Krabbeltieren gibt es dort viele weitere beeindruckende Fotos von Berliner Pflanzen und Lebensräumen – und in der offenen Kategorie „Berliner Stadtnatur“ auch von Tieren mit Fell und Federn und weniger als sechs Beinen. Belohnt wurde die Fotografin des Eichelbohrers mit zwei Karten für den Friedrichstadtpalast. Die weiteren Preisträger*innen und Nominierten freuten sich über schöne Bücher der Sponsoren Ulmer, Gerstenberg und Favoritenpresse, Gartenprodukte von Neudorff und Spiele von Gaia Games.
2026 geht es weiter mit Summ sala blüh! Im Frühling beginnen wieder die Führungen durch die Stadtnatur für alle, hinzu kommen die kostenlosen Angebote für Schulklassen sowie für Lehrkräfte und Multiplikator*innen, die das Ausleihset mit Domino nutzen wollen.
