Die Grüne Liga Berlin lädt am 7. Juni zum 31. Umweltfestival an das Brandenburger Tor und auf die Straße des 17. Juni ein. Zwischen 11 und 18 Uhr verwandelt sich ein Ort, an dem sich sonst der Verkehr durch den Tiergarten drängt, in einen Raum für Austausch, Musik, Nachhaltigkeit und Zukunftsfragen.
Unter dem Motto „Boden – du stehst drauf“ rückt das diesjährige Festival eine Lebensgrundlage in den Mittelpunkt, die oft übersehen wird, obwohl ohne sie nichts läuft: den Boden. Gesunde Böden sichern unsere Ernährung, speichern Wasser und CO₂, ermöglichen Artenvielfalt und sind Grundlage für eine lebenswerte Zukunft.
Über 200 Ausstellende machen deutlich, wie vielfältig Umweltengagement in Berlin und darüber hinaus aussieht. Zwischen Kartoffeldruck, Glücksrad, Bastelstationen, Diskussionen und Mitmachaktionen geht es um Boden, Klima- und Tierschutz, nachhaltige Landwirtschaft, Menschenrechte und gemeinschaftliches Leben. Kleine Nachbarschaftsinitiativen, NGOs und große Umweltverbände kommen zusammen – getragen von der gemeinsamen Idee, einen ganzen Tag dem Boden und dem nachhaltigen Umgang mit dieser wertvollen Ressource zu widmen.
Ideen, Infos, Mitmachangebote
Im Fokus stehen dabei Böden und nachhaltige Landnutzung. So stellt beispielsweise die BioBoden Genossenschaft Modelle gemeinschaftlicher Landsicherung vor, und das Projekt Runde Reise informiert über nachhaltige Reisen mit dem Lastenrad. Wie eng soziale und ökologische Fragen zusammengehören, zeigt die Stiftung Trias mit gemeinschaftlichen Wohnprojekten. Praktische Nachhaltigkeit wird im Repair-Café des Vereins Kreisler sichtbar, wo defekte Alltagsgegenstände repariert statt weggeworfen werden.
Mitmachangebote gibt es ebenfalls reichlich. Bei der Cleanup-Aktion „Alles im Fluss“ wird gemeinsam Müll im umliegenden Tiergarten gesammelt und über Abfallvermeidung gesprochen. Kinder können bei den Berliner Gartenarbeitsschulen spielerisch Natur und Boden entdecken. Und auch die 50. Fahrrad-Sternfahrt des ADFC Berlin endet wieder traditionell auf dem Umweltfestival – als rollende Erinnerung daran, dass entgegen der aktuellen Politik eine nachhaltige Mobilität in Berlin längst Teil gelebter Stadtkultur ist. Natürlich ist auch die Grüne Liga Berlin mit einem Stand dabei: Tolle Preise warten am Glücksrad, und Mitmachaktionen sowie ein Quiz zu den 17 UN-Zielen fordern das Wissen zum Thema Nachhaltigkeit heraus.
Auch Bühnen haben Böden
Und das Umweltfestival spielt sich nicht nur an den 200 Infoständen ab. Auf der Bühne am Brandenburger Tor gibt es Musik, Performances und Gespräche. Eröffnet wird das Programm mit einer künstlerischen Performance von Stella, am Abend spielt die Berliner Band ICKE. Dazwischen geht es in Gesprächsrunden unter anderem um die Frage, ob Boden auch Gemeinschaft bedeutet – diskutiert von Expertinnen der FÖL, der Grünen Liga und des Fahrradclubs ADFC.
Ein Bauernhof mitten in Berlin!
Die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) errichtet wieder einen kompletten „Bio-Erlebnis-Bauernhof“ auf der Straße des 17. Juni. Ein Ort, an dem Kinder und Erwachsene lernen können, woher Lebensmittel kommen und warum gesunde Böden so wichtig sind.
Im Wurm-Zelt, in der Kinderbackstube oder der Gärtnerei – überall wird gefragt, ausprobiert und mitgemacht. Wer eine Pause braucht, kann sich ins Getreidebad legen, unter dem Holzapfelbaum entspannen oder symbolisch auf dem Kartoffelacker meditieren. Ein bisschen idealistisch, ein bisschen verspielt – und genau deshalb ziemlich schön.
Erleben, verstehen, verändern
Zwischen Workshops, Performances und Diskussionen entsteht mit dem EcoMind Space ein Bereich, in dem Umwelt- und Klimafragen greifbar werden. Workshops beschäftigen sich mit Komposttoiletten, gerechter Flächennutzung oder fossilen Energien und Klimagerechtigkeit.
Gemeinsam mit der ökologisch-interkulturellen Initiative Yeşil Çember wird darüber gesprochen, wie eng Umweltfragen mit Herkunft, Identität und sozialer Gerechtigkeit verbunden sind. Künstlerische Beiträge wie die Performance „Critters“ oder Auftritte der Berliner Vokalisten Gemeinschaft sorgen zwischendurch für leichtere, aber nicht weniger politische Momente.
Das Umweltfestival 2026 soll wieder zeigen, wie viel Platz auf einer autofreien Straße plötzlich entstehen kann – für Ideen, Diskussionen, Gemeinschaft und manchmal sogar für einen kleinen Bauernhof mitten in Berlin. Groß und Klein können sich auf ein vielfältiges und buntes Programm freuen.
