Es ist ein verbreiteter Glaube, dass Queersein nur bei Menschen vorkommt und dass es bei Tieren nur heterosexuelle Paare gibt, wobei das Männchen auch der dominantere Partner ist. Zwar ist dies durchaus bei etlichen Tierarten der Fall, aber die Tierwelt ist auch in dieser Hinsicht viel vielfältiger, als wir sie uns vorstellen.
„Queere Tiere“, geschrieben von Magda Wystub und illustriert von Justin Time, wirft einen neuen Blick auf das Tierreich und eröffnet dabei die Möglichkeit, die Vielfalt des Zusammenlebens zu erkunden. Die Illustrationen stellen die 33 verschiedenen Tierarten, die in dem Buch vorkommen, unterhaltsam vor. Zusätzlich lernt man sie durch Texte über ihre Lebensweise und andere spannende Fakten kennen. Von dem uns bekannten Hausrind bis hin zum flauschigen Japanmakak sind alle möglichen faszinierenden Tiere vertreten.
Das Buch stellt neben der natürlichen Ordnung der Tiere auch die „natürliche Ordnung“ der Menschen infrage und zeigt, dass weder in der Tierwelt noch bei uns Menschen heterosexuelle Beziehungen die Norm sein müssen.
Ein sehr aktuelles Buch
Bücher wie dieses erhalten in der heutigen Zeit wieder mehr Bedeutung, wo Politik und Gesellschaft die Rechte von queeren Menschen erneut einschränken oder als eher nebensächlich betrachten. Es ist wichtig zu zeigen, dass Queersein und andere Dinge, die man eher nur bei Menschen vermutet, durchaus in der Natur breit vorhanden sind und nicht „gegen die natürliche Ordnung verstoßen“.
Zudem kommen in dem Buch vor allem Tiere vor, die gefährdet sind, wodurch es zusätzlich Aufmerksamkeit auf das Artensterben lenkt und auch auf den Klimawandel und den menschlichen Einfluss darauf.
Alles im allem ein wichtiges und interessantes Buch zu einem Thema, das gerade wieder an Relevanz gewinnt.
Rezension zu:
- Autor
- Magda Wystub, Justin Time
- Titel
- Queere Tiere
- Unteritel
- Ein rebellischer Blick auf die (natürliche) Ordnung
- Verlag
- Favoritenpresse, Berlin 2025
- Seiten, Preis
- 168 Seiten, 24 Euro
- ISBN
- 978-3-96849-145-5
